Freitag, 1. September 2017

Rundwanderung Fürgangen - Mühlebach - Ernen

Mittwoch, 30. August 2017





Infos zur Wanderung
Anreise mit der Bahn über Brig nach Fürgangen Bellwald. Über die Hängebrücke hinüber nach Mühlebach. Die Rundwanderung ist relativ kurz. Hier gilt das Motto Eile mit Weile. Wir tauchen ein ins hier scheinbar noch erhaltene Mittelalter. Das braucht seine Zeit - und es tut gut!


Eigentlich bin ich ja heute unterwegs, um eine Seniorenwanderung zu rekognoszieren. Und Senioren wollen ja keine Strecken- und Zeitrekorde aufstellen.



Allein schon die Anreise mit der MGB, der Matterhorn Gotthard Bahn, ist ein Erlebnis. Auf dem Foto sehen wir sie bei der Einfahrt in den Kehrtunnel nach der Station Grengiols.

Gleich nach dem Aussteigen in Fürgangen Bellwald folgt ein erster Höhepunkt: die Hängebrücke hinüber nach Mühlebach. Ich bin zwar nicht unbedingt ein Fan von Hängebrücken, aber hier macht sie wirklich Sinn. Mühlebach und damit ein schönes Wandergebiet wird ideal erschlossen.



Blick hinüber nach Mühlebach

Tief unten in der Schlucht die rauschende Rotten

Blick zurück nach Fürgangen

Eindrücklich der Blick von der Seite
Fast ein Ritual sind bei einer Seniorenwanderung Kaffee und Gipfeli vor dem Start - und da sind wir kurz nach der Brücke im Café Hängebrigga genau richtig.


Café Hängebrigga
Hier gibt es nämlich nicht nur sehr guten Kaffee und feine Gipfeli - hier wird man von Roland Kummer über das Dorf Mühlebach kompetent und engagiert beraten und dokumentiert. Wir realisieren, dass ein einziger Gang durch dieses einmalige Dorf nicht genügt - wir werden wieder kommen!

Rundgang durch den Dorfkern von Mühlebach
Ich verzichte bewusst auf Informationen zu den einzelnen Häusern. Ich bin ja diesbezüglich ein Anfänger. Ich geniesse den Rundgang mit den Sinnen.


Auch Schneewittchen gefällt es hier ...


Eines der Heidenhäuser ....

... mit dem typischen Heidenkreuz
 Unterwegs steigen wir hoch zur Kapelle der Heiligen Familie. Hier werden wir erinnert an eine wichtige Persönlichkeit der Schweizer Geschichte: Kardinal Matthäus Schiner.




Auf schmalem Pfad steigen wir wieder hinunter ins Dorf und entdecken weitere Raritäten aus heutiger und vergangener Zeit.


Der fidele Dorfmusikant

Gartenpracht und schöne Aussicht
Die Berner Fahne ...
... und ein Speicher aus dem Jahr 1381
Beim Backhaus bewundern wir die Häuser des Dorfkerns, überschreiten den Milibach und wählen den Weg Richtung Ernen.


Blick zurück auf Mühlebach
Ganz offensichtlich verläuft der Weg auf einer aufgelassenen Suone. Wir geniessen die Aussicht und blicken immer wieder zurück zur Kapelle der Heiligen Familie.

Blick hinüber nach Bellwald


Blick ins Fieschertal - im Hintergrund das Finsteraarhorn
Rundgang durch Ernen
Ernen - wie Mühlebach ein Dorf mit ausserordentlich schönen Gebäuden. Auch hier: wir nehmen erste Eindrücke auf und werden diese später vertiefen.


Der Dorfplatz - recht das Zendengerichtsgebäude. 



Wo gibt es in der Schweiz einen schöneren Dorfplatz mit schöneren Häusern? Wenn ich da an die schrecklichen Orte A..., H..N.. oder M.. C.. denke!

Die Kirche in Ernen wird zur Zeit restauriert. Wir finden auf der rechten Seite einen Pfad, der ins Mossji hinunterführt.







Unterwegs informieren wir uns ausgiebig über Tee- und Gewürzkräuter.




Schade, dass mein Lieblingstee fehlt, der Walliser Oktobertee. Er wird aus den Beeren des Strauches Vitis pino neris gewonnen.

Na ja - und schon geht eine wunderschöne Wanderung zu Ende. Nochmals ein Blick in die Berge ...




.... und schon geht es zurück über die Hängebrücke, zum Bahnhof Fürgangen Bellwald, wo wir um eine Minute den Zug verpassen und GA sei Dank noch eine Schlaufe Richtung Münster dranhängen.





Nachtrag
Durch den steilen Bergwald oberhalb von Mühlebach führt eine Suone, die Trusera, Richtung Ernen. Fotos und Bericht siehe hier:

https://wanderbaresuonen2017.blogspot.ch/2017/06/



Samstag, 19. August 2017

In luftigen Höhen von Giw nach Gspon

Dienstag, 15. August 2017

Eigentlich wäre ich ja heute unterwegs in Schweden - irgendwo zwischen Kiruna und Narvik. Der Einsturz eines Tunnels in Deutschland hat uns jedoch schon am Samstag in Basel gezwungen, umzukehren und auf unser Fjälltrekking zu verzichten. Eigentlich wäre nun heute die Bisse de Vercorin das Tagesziel gewesen - ein technisches Problem liess den Zug nach Sierre in Brig stehen, und so kurve ich ganz unerwartet mit dem Postauto nach Visperterminen und lasse mich mit der Sesselbahn bequem nach Giw hinauftragen.



Und gleich habe ich sie in alter Pracht vor mir, die Berge, die mich den ganzen Tag begleiten werden: Weisshorn und Mischabel.


Weisshorn und Bishorn

Mischabel

Der direkte Anstieg hinauf zum Gibidumpass ist anfänglich nicht gerade erbaulich - der steile und kiesige Weg ist eine planierte Skipiste, aber nach einer Viertelstunde hat man es hinter sich. Es zeigt sich bald der dritte markante Gipfel, das Bietschhorn, das Bietschi, wie mein verstorbener Freund Bidi jeweils gesagt hat.

Das Bietschhorn - das Bietschi


Blick ins Rhonetal und hinüber nach Zeneggen 
Bei der ersten Abzweigung gehe ich links und wähle den Umweg zum Gibidumsee. Für den Suonenliebhaber hat dieser See eine besondere Bedeutung.


Der Gibidumsee ist der Speichersee der Heido Suone. Hier ein Zitat aus dem Wanderbuch "Wandern an sagenhaften Suonen" von Johannes Gerber:
Der Heido wird um 1305 erstmals urkundlich erwähnt. Man sagt aber, dass die Suone aus römischer Zeit stamme. Der Name Heidenwasser deutet eventuell auch auf einen Ursprung bei den "heidnischen Sarazenen" hin. Vielleicht ist der Heido die älteste Suone im Wallis.

Und eben: hinter dem Gibidumsee auf der flachen Passhöhe guckt das Bietschi hervor - und wenn man Glück hat, spiegelt es sich im See.


Im Zentrum das Bietschi - rechts davon der Sendeturm auf dem Gibidum, Pt. 2316

Glasklares Wasser

Und tatsächlich: es spiegelt sich auch heute!
Die Heido Suone läuft raffiniert über die Passhöhe hinüber zum nur scheinbar höher gelegenen See.



Nun noch ein Blick ins Nanztal mit dem Fletschhorn

Alphütten auf dem Gibidumpass


Bietschi ade .....
Über Alpweiden und durch schattige Wälder geht es nun in ständigem Auf und Ab zum höchsten Punkt der heutigen Wanderung, zum Sädolti. Es geht auf hoher Flanke hinein ins Saasertal - und deshalb grüssen ständig die Mischabel und das Weisshorn

Weisshorn

Mischabel

Weisshorn und Mischabel auf einen Blick
Es ist heute auf dieser Höhe nicht nur angenehm kühl - es ist auch für Tranksame gesorgt. Wasser aus frischem Quell - was will man mehr!



 Bald schon komme ich auf dem Sädolti an und nehme mir vor, ein nächstes Mal von hier aus den Panoramaweg zu gehen. Dieser führt hinüber auf die Gsponer Suone.


Unterwegs sehe ich auffällig viele Pilze. Ob es Kuh-Röhrlinge (Suillus bovinus) sind, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Jedenfalls scheinen sie nicht begehrt zu sein.


Im Abstieg nach Gspon öffnet sich der Blick wieder ins Rhonetal und hinüber zu den sonnigen Halden von Ausserberg und Eggerberg.


Und dann in Gspon ein Kuriosum: der höchste Fussballplatz Europas. Hier wurden 2008 und 2012 Bergdorf-Europameisterschaften durchgeführt. Das scheint mir einiges sinnvoller als Olympische Spiele ....


Ein Stadion von solcher Bedeutung muss natürlich einen klingenden Namen haben:
Ottmar Hitzfeld
Gspon Arena







Facts aus SchweizMobil

Länge                     9 km
Auf-/Abstieg          364 m/441 m
Min./Max. Höhe     1893 m/ 2203 m    


Anreise
Von Visp mit dem Postauto nach Visperterminen, von Visperterminen mit der Sesselbahn nach Giw.

Rückreise
Von Gspon mit den sehr luftigen Luftseilbahnen über Staldenried nach Stalden, von Stalden mit der MGB (Matterhorn-Gotthard-Bahn) nach Visp.



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