Sonntag, 1. März 2020

Von Le Creux des Biches nach Saignelégier

Freitag, 28. Februar 2020

Im Winterhalbjahr 1960/61 unterrichtete ich im Landeinsatz  im abgelegenen Jeanguisboden 28 Schülerinnen und Schüler. Eine Gesamtschule - Kinder vom 1. - 9. Schuljahr! Übers Wochenende zog es mich mit den Tourenskiern hinaus auf die Jurahöhen am Montagne du Droit. Und da packte es mich so richtig: das Jura-Virus. Es gibt sie eben auch, die schönen Viren, die uns ein Leben lang nicht loslassen!

Von Bern aus ist man mit dem Zug rasch in den Freibergen, einem Wanderparadies sondergleichen. Heute starten wir in Le Creux des Biches.

Le Creux des Biches
Auf Deutsch: die Mulde der Hirsche. Ein alter steinerner Bahnhof, der neue aus Beton und Plastik. Ein alternatives Unterkunfts- und Kulturangebot, Weiden und Wälder.









Peu Péquinot
Ein Weiler mit Bauernhöfen, ein Restaurant. Spezialität: grand choix de röstis. 
Nach einem kurzen Abstieg, aus Sicherheitsgründen auf der aperen Strasse, überqueren wir auf einer Brücke die Bahnlinie und haben Le Noirmont vor uns.














Le Noirmont
Ein stattliches Dorf, geschmackvoll renovierte Jurahäuser, Zentrum der Jurabahnen, ein nobles Restaurant de la Gare (nicht ganz billig!), eine Reha-Klinik, am Dorfrand eine Industriezone.






Uns zieht es jeweils mehr zum ausgezeichneten Bäcker!





Unterwegs nach Les Emibois
Scheinbar langweilig, der schnurgeade Weg nach Les Emibois. Was wir entdeckt haben: hier wurden in letzter Zeit neue Bäume gepflanzt - und jeder Baum hat sein Hotel! Und natürlich kommt auch der Eisenbahnfan auf seine Rechnung.












Über Muriaux nach Saignelégier
Von Muriaux hinauf zu Pt. 988 ist noch eine sanfte Steigung zu bewältigen, wir kommen  beim pompösen Hyppodrome vorbei. Es begegnen uns viele Einheimische auf ihrem Spaziergang.

An was erkennen wir die Einheimischen? An der Kultur des Grüssens! Hier läuft man nicht einfach aneinander vorbei. Bonjour monsieur, bonjour monsier et dame. Das ist ja auch ein Grund, bald wieder zu kommen.

Und dann ist man am Bahnhof, einer der roten Schmetterlinge fährt ein, und mit einmal umsteigen fährt man zurück nach Bern.

Warum Schmetterling? Die Erklärung folgt in einer späteren Geschichte.













    Route: Le Creux des biches - Le Noirmont - Les Emibois - Muriaux - Saignelégier
    Facts:  10 km, 100 Hm Aufstieg, 130 Hm Abstieg, gute Wege, T1


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Montag, 3. Februar 2020

Der Emme entlang zur Ilfis

Samstag, 1. Februar 2020

Man kann ja nicht jeden Tag wandern. Gelegentlich muss man auch etwas Nützliches tun, zum Beispiel einkaufen. Und so fahre ich denn am 1. Februar mit der S44 von Bern nach Lützelflüh und gehe von dort per pedes Richtung Langnau, wo ich im Früschmarkt einkaufen will. Weil so zufällig die Kamera in den Rucksack geraten ist, gibt es einen Blog über diesen wanderbaren Einkauf.

Kurz vor der Kirche, in der Gotthelf gepredigt hat, beginnt die Flusswanderung, die meist über den Täntsch oder durch das Schächli führt.


Nach 20 Minuten bin ich bei der Gohlhausbrücke. Diese  wurde im Jahr 1846 erbaut und ist eine der grössten erhaltenen Holzbrücken im Emmental.








Die erste Trumschweli auf meinem Weg. Diese Verbauungen wurden erstellt, um der Emme Wucht und Tempo zu nehmen. Für die Fische sind sie jedoch ein Hindernis und für Badende eine grosse Gefahr. Wer in den Wirbel gerät, kommt da nicht mehr hinaus!



Kurz vor dem Bahnhof Ramsei überquere ich die einmündende Grüne, hier durch einen Haselzöttelvorhang fast verdeckt.



Der Bahnhof Ramsei wurde in den letzten Jahren technisch auf den neusten Stand gebracht. Ich erinnere mich, wie da früher der Weichensteller mit dem Fahrrad von Weiche zu Weiche fuhr.






Kurz nach Ramsei könnte man über den Ramseisteg ans linke Ufer wechseln. Ich bleibe am rechten Ufer und komme bei den Häusern von Wannenfluh und beim gleichnamigen Flusskraftwerk vorbei.












Vom Täntsch aus öffnet sich der Blick zum Hohgant und zum Schreckhorn. Später nimmt die Bewölkung zu, die Berge verstecken sich.




Im Schächli wird heute fleissig geholzt, viel Brennholz ist für den Abtransport bereit.




Über den  Waupelisteg wechsle ich auf das linke Ufer und erblicke eine Rarität in diesem milden Winter. Ein Wunder, dass der Schneemann bei diesen Temperaturen nicht schmilzt!





Im Emmental gab es schon im 19. Jahrhundert florierende Industriebetriebe. Die Spinnerei und Weberei Rüderswil existiert immer noch, die historischen Gebäude wurden sorgfältig restauriert.



Lauperswil liegt etwas erhöht auf einer Terrasse. Unten an der Emme befinden sich die Schachendörfer: Rüegsauschachen, Rüderswilschachen, Eyschachen. Die Bewohner, meist Fabrikarbeiter, nannte man despektierlich Schächeler. Das waren meine Vorfahren ...



Über die Brücke bei Neumühle wechsle ich wieder ans rechte Ufer und erreiche dann bald die Mündung der Ilfis






Letzte Rast - und ich warte auf dem Bänklein auf die S2. Sie kommt genau nach Fahrplan.






Nun geht es der Ilfis entlang. Auch hier hat es ein Flusskraftwerk, und zu bewundern sind auch Holzskulpturen von Heinz Hofer.








Über einen letzten Steg geht es über die Ilfis - und nach etwas mehr als drei Stunden erreiche ich Langnau.








Früsch komme ich im Früschmarkt an und kaufe etwas gar nicht so Früsches: einen grossen Bitz von meinem Lieblingskäse von der Alp Tannigsboden. In jüngeren Jahren war ich ja oft auf dem Tannhorn ...





Route:  Lützelflüh - Emmeuferweg - Ramsei - Zollbrück - Neumühle - Langnau i.E.
Facts    14 km, 100 Hm Aufstieg, 3 Std. 20 Min., gute Wege, T1

Vokabular
Täntsch          Damm an der Emme
Schächli         Auenwald
Trumschweli   Flussverbauung, Schwellenwerk


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