Mittwoch, 14. Juni 2017

Über die Trusera Suone zur Hängebrücke

Dienstag, 13. Juni 2017

Infos zur Wanderung
Anreise über Brig nach Fiesch. Mit dem Postauto Richtung Binn bis zur Haltestelle Wasen/Zauberwald.
Rückreise ab Fürgangen/Bellwald nach Brig.

Länge 6 km, Aufstieg 250 m, Abstieg 300 m, Zeit ca. 3 Std., T2

Hüterweg der Suone schmal, viele Wurzeln, steiler Wald, kurze ausgesetzte Stellen. Abstieg nach Mühlebach sehr steil.

Viel Schatten, reiche Flora, einige schöne Aussichtspunkte, viel Wasser führende Suone.





Trusera Suone
Die Fassung der Trusera liegt am Milibach auf 1380 m.ü.M. Bis zu den Binnachra ist sie ca. 6 km lang. Ab 1994 bis 2006 floss kein Wasser mehr. Dank der Arbeit vieler Freiwilliger und der Initiative des Landschaftsparks Binntal konnte sie restauriert und wieder eröffnet werden. Der Hüterweg ist als Wanderweg markiert und gut zu begehen. Aber auch hier gilt: Trittsicherheit ist Voraussetzung einer Begehung. Auch im steilen Bergwald sind Stürze gefährlich! Für den Abstieg nach Mühlebach sind Stöcke zu empfehlen.











Schon kurz nach dem Start bei der Postautohaltestelle höre ich kräftiges Rauschen. Dann sehe ich unter mir ein gigantisches Wasserbecken. Ich habe mir die Trusera kleiner vorgestellt ....
Es war sie natürlich nicht. 

Aus diesem Becken wird eine Druckleitung der Gommerkraftwerke gespiesen. Da spaziere ich lieber der angenehm ansteigenden Trusera entlang.




Dank der Trusera viel Grün

Blick nach Fiesch und ins Fieschertal

Viele suonentechnische Details

In Runsen kurze Kännel

Kurvenkännel


Blick hinüber zur Sonnseite


Viele Wurzeln, Stolpergefahr

Im Sommer Suone, im Winter Schneeschuhtrail

Es grünt so grün wenn Truseras Wasser fliesst


Spuren des Wasserhüters

Das Bänklein für die Geniesser

Eine Freude, wie es heute sprudelt

Nicht unbedingt erforderliche Sicherung

Freier Blick ins Fieschertal

Kreuzung in der Station Fürgangen/Bellwald
Dort wo der steile Abstieg beginnt, biegt die Trusera in das Tobel des Milibachs ab. Offiziell ist der Zugang nicht gestattet. Ich hätte natürlich gerne die Fassung fotografiert und missachtete vorerst das Verbot. Ich kehrte dann bald um, weil mir viel loses Gestein Steinschlaggefahr signalisierte. Da bin ich sehr vorsichtig. Den sogenannten objektiven Gefahren gehe ich aus dem Weg. Natürlich geht der Wasserhüter regelmässig zur Schöpfe, aber er kennt sich hier aus und ist auch entsprechend versichert.

Den Namen hat das Dorf von ihm, dem Milibach
Mühlebach ist ein aussergewöhnlich schönes Walliser Dorf. Hier finden wir den ältesten Dorfkern der Schweiz in Holzbauweise. Auch neuere Bauten fügen sich gut ins Dorfbild ein. Aus Mühlebach stammen berühmte Schweizer Persönlichkeiten, zum Beispiel die Bischöfe Nikolaus und Matthäus Schiner. Nicht zu vergessen Patrizia Kummer, Snowboard-Olympiasiegerin.

Dorfkern


In Erinnerung an Kardinal Matthäus Schiner

Kapelle der Heiligen Familie

Die Kapelle steht erhöht auf einem Hügel

Ein besonderer Anziehungspunkt ist seit 2015 die imposante Hängebrücke. Allein schon nur die technischen Daten sind beeindruckend. Mehr Details siehe hier

Blick nach Fürgangen/Bellwald

Blick in die Lamma-Schlucht

Blick nach Mühlebach

Blick von der Bahnstation
Fazit: die Begehung der Trusera Suone mit anschliessender Besichtigung des Dorfes Mühlebach und der Begehung der Hängebrucke ist eine sehr lohnende Halbtageswanderung für alle, die trittsicher sind und kräftige Beine haben für einen steilen Abstieg.


Montag, 12. Juni 2017

Über die Bisse du Milieu zur Bisse de Vex

Freitag, 9. Juni 2017

Infos zur Wanderung
Anreise über Sion nach Haute-Nendaz station/poste
Rückreise ab Mayens de Sion nach Sion.

Länge 15 km, Auf- und Abstieg 250 m, Zeit ca. 4 Std., T1

Hüterweg der Bisse du Milieu stellenweise holprig, Bisse de Vex sehr angenehm zu begehen.

Reiche Flora, schöne Aussichtspunkte, interessante suonentechnische Details.



Bisse du Milieu
Die Fassung der Bisse du Milieu befindet sich an der Printse auf 1470 m.ü.M. Sie ist 5.1 km lang und bewässert das Gebiet von Haute-Nendaz und Umgebung. Sie wurde um 1700 erbaut. Sie ist komplett wasserführend, die Wege sind grösstenteils begehbar.
Die Bisse ist von einer üppigen Flora umgeben. Stellenweise wird sie von einem grünen Teppich fast zugedeckt.





 Nach Haute-Nendaz führt der breite und weiche Hüterweg durch schattige Wälder. Das Grundwasser ermöglicht einen reichhaltigen Vegetationsgürtel. Grün dominiert. Wie hier sichtbar, fliesst die Bisse meist offen und ist nur dort verrohrt, wo der Wasserverlust zu gross wäre.










Gesäumt wird die Bisse nicht nur von grünen Pflanzen, sondern zu Beginn auch von vielen Chalets. Kein Wunder - wir befinden uns ja hier im Wallis. Wenigstens ist dann gelegentlich wenigsten der Zugang originell - wie hier mit der kleinen Römerbrücke. Und weil Chalets für das Wachstum kein Wässerwasser benötigen, führt die Milieu heute nur wenig Wasser ....

Die Bisse du Milieu quert einige Bäche. Wie meist bei Suonen und Bissen nimmt sie solches Wasser nicht auf. Das Wasser einer Bisse muss genau dosiert sein. Ein Seitenbach würde bei einem Gewitter die Bisse schwer beschädigen.
Auch hier ein Chalet. Das Cheminée-Holz wird hier vollautomatisch angeliefert
Der Blick ins Val de Nendaz öffnet sich. Am Waldrand an Gegenhang führt die Bisse de Vex durch.
An der Bisse ist immer wieder die zierliche Akeleiblättrige Wiesenraute zu bewundern.
Auch hier der Blick hinüber zur Bisse de Vex.
Unterhalb des Stalles in der Alpweide führt die unterste der drei Bissen durch: die Bisse d'en Bas. Oberhalb der Bisse du Milieu fliesst die Bisse Vieux.

Kaum zu glauben: ihrem Lieblingstier, dem Wolf, setzen die Walliser hier ein Denkmal ....


Ankunft bei der Fassung an der Printse
Gut sichtbar: es wird nur wenig Wasser angeschlagen



Die Printse würde eigentlich viel Wasser führen

Bisse de Vex
Die Fassung der Bisse de Vex befindet sich auf 1500 m.ü.M. an der Printse. Sie ist 11.6 km lang und komplett wasserführend. Sie bewässert Weiden und Wiesen in Veysonnaz, Mayens de Sion und Vex.

Erbaut wurde die Bisse im Jahr 1453 und war bis 1971 in Betrieb. Einige Jahre war sie trocken - aber seit 1993 versieht sie wieder ihren Dienst.

Das Besondere an der Bisse de Vex sind ihre Holzkonstruktionen. Diese ermöglichen eine bequeme und abwechslungsreiche Wanderung. Am Schluss verkürzt das Restaurant de Bisse das Warten auf das Postauto.




Die Schöpfe (prise d'eau) der Bisse de Vex. Sie nur 30 Höhenmeter über der Fassung der Bisse du Milieu.

 Wir wandern nun auf der Bisse de Vex und sehen hinüber an die Hänge von Nendaz, wo der Kenner die Bissen Vieux, Milieu und d'en Bas ausmachen kann.
 Schon zu Beginn eine der Holzkonstruktionen.

Die Bisse führt dann einige Kilometer durch schattigen Wald - ideal an einem heissen Sommertag.
 An steilen Stellen sind die Bisse und der Hüterweg zusammen konstruiert.
Baufällige Elemente müssen erneuert werden. Diese knallig gebeizten Geländer sind nicht nach meinem Geschmack.
.
Wenn man genau hinschaut, sieht man viele morsche Stellen. Früher oder später ist wohl eine gründliche Sanierung notwendig.
 Im Vergleich zu den Holzkänneln im Oberwallis fliesst in diesen Bretterkonstruktionen (Bännen) viel mehr Wasser.
Das berühmte Wasserrad. Allerdings scheinen sie dieses Jahr im ganzen Wallis zu streiken. Von der Gorperi bis zur Grand Bisse de Lens: nirgends drehten und hämmerten sie. Schmieren und salben hülfe allenthalben ....
Raffiniert konstruiert sind auch die Übergänge über tiefe Bachgräben. Wanderer mit Höhenangst haben hier gar kein Problem!

 Immer wieder Blumenpracht: hier das häufige Seifenkraut ....
 ....und gleich darauf die Alpenhagrose.
Nach Veysonnaz öffnet sich der Blick auf das Haupttal.
Kurz vor Mayens de Sion kommen auch noch die schon lange erwartetet Ankenbälli.

















Ganz zum Schluss gemütliches Beisammensein im Relais des Mayens de Sion.








Zwei Bissen auf einen Streich - wir kommen wieder!







Wanderbare Suonen 2016 siehe hier:

http://wanderbaresuonen.blogspot.ch/